Gesundheitsausgaben in Deutschland erreichen Rekordniveau
Die deutschen Verbraucher geben immer mehr Geld für ihre Gesundheit aus. Auf insgesamt 278 Milliarden Euro sind die Gesundheitsausgaben der Bundesbürger im Jahr 2009 gestiegen. Ein neuer Rekordwert, denn wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, waren das 13,8 Milliarden mehr als noch im Jahr zuvor.
Die Bundesbürger investieren immer mehr in ihre Gesundheit. So sind die finanziellen Aufwendungen für Gesundheitsmaßnahmen aller Art in 2009 im Vergleich zum Vorjahr um satte 5,2 Prozent gestiegen. In den Jahren zuvor stiegen die Gesundheitsausgaben pro Jahr hingegen durchschnittlich um lediglich 2,7 Prozent. Statistisch gesehen gab jeder Bundesbürger im Jahr 2009 circa 3.400 Euro für seine Gesundheit aus - rund 200 Euro mehr als noch im Jahr 2008. Die Gründe für die gestiegenen finanziellen Aufwendungen im Gesundheitsbereich sind vielfältig. Als einer der Hauptgründe könnten die Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise angesehen werden, die auch auf der Gesundheitswesen in der Bundesrepublik nicht ohne Auswirkungen geblieben sind.
Krankenversicherungen mit größtem Ausgabenanteil
Größten Anteil an den Ausgaben im deutschen Gesundheitswesen hatten in 2009 die Unternehmen der gesetzlichen Krankenversicherung. Mit Gesundheitsausgaben in Höhe von 106,9 Milliarden Euro hatten sie gesetzlichen Versicherungsunternehmen einen Anteil von circa 57,8 Prozent an den Gesamtausgaben für Gesundheit im Jahr 2009. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um 6,2 Prozent oder 9,4 Milliarden Euro.
Die Ausgaben der privaten Pflegeversicherung beliefen sich im Jahr 2009 auf insgesamt 20,3 Milliarden Euro. Verglichen mit 2008 ist das ein Plus von immerhin 1,2 Milliarden Euro.
Auch PKV legt zu
Deutlich zugelegt haben auch die Ausgaben der privaten Krankenversicherung. So brachten die privaten Versicherungsunternehmen in Deutschland für ihre Versicherungsnehmer finanzielle Aufwendungen in Höhe von rund 26 Milliarden Euro auf. Das sind ungefähr 4,3 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Grund für die steigenden Gesundheitsausgaben in der PKV ist unter anderem der starke Zustrom neuer Mitglieder. Aufgrund erleichterter Beitrittsbedingungen und attraktiver Konditionen konnte die private Krankenversicherung Studenten und andere Personengruppen zunehmend als neue Mitglieder gewinnen.
Auch die privaten Haushalte und Organisationen ohne Erwerbszweck lagen mit ihren Ausgaben in Höhe von 37,5 Milliarden Euro in 2009 knapp 1,3 Milliarden Euro über dem Wert des Vorjahres. Rund die Hälfte der Gesamtausgaben für Gesundheit wurde im Jahr 2009 von den ambulanten Einrichtungen erzielt. Mit einem Wert von 138,2 Milliarden Euro ist das Ausgabevolumen der Ambulanzen in Deutschland um 4,9 Prozent gestiegen. Davon trugen vor allem die Arztpraxen der Bundesrepublik einen erheblich Anteil zu den Ausgaben für Waren und Dienstleistungen im Gesundheitswesen bei. Sie gaben im Jahr 2009 rund 42,8 Milliarden Euro für Gesundheit aus.